Fastenzeit & Regeln
Fastenzeit im Islam: Alles, was du wissen musst
Die islamische Fastenzeit (Sawm) findet während des Ramadan statt, dem neunten Monat im islamischen Mondkalender. Für gläubige Musliminnen und Muslime bedeutet Fasten den täglichen Verzicht auf Essen, Trinken und weitere Dinge von der Morgendämmerung bis zum Sonnenuntergang. Diese Seite erklärt die Regeln, die Dauer und die wichtigsten Begriffe rund um die Fastenzeit.
Wie lange dauert die Fastenzeit?
Die Fastenzeit dauert den gesamten Ramadan-Monat: 29 oder 30 Tage, abhängig von der Mondsichtung. Für Ramadan 2027 bedeutet das voraussichtlich vom 8. Februar bis zum 8. oder 9. März 2027. Innerhalb jedes einzelnen Fastentags erstreckt sich die eigentliche Fastenzeit von der Morgendämmerung (Fajr) bis zum Sonnenuntergang (Maghrib) – die genaue Dauer pro Tag hängt vom Wohnort und der Jahreszeit ab. Weil Ramadan 2027 im Winter liegt, sind die täglichen Fastenzeiten in Deutschland vergleichsweise kurz, oft unter 11 Stunden. Die vollständigen Start- und Enddaten findest du auf der Startseite und auf unserer Seite Wann endet Ramadan?.
Was ist während der Fastenzeit erlaubt und was nicht?
Während der täglichen Fastenzeit (von der Morgendämmerung bis Sonnenuntergang) verzichten fastende Musliminnen und Muslime vollständig auf:
- Essen und Trinken jeglicher Art, auch Wasser
- Rauchen und den Konsum von Tabakprodukten
- Intime Beziehungen
- Bewusstes Erbrechen
Suhoor und Iftar: Die beiden Mahlzeiten des Fastentags
Auch wenn tagsüber gefastet wird, strukturieren zwei Mahlzeiten den Ramadan-Tag:
- Suhoor – die frühe Mahlzeit kurz vor Beginn der Morgendämmerung, oft nährstoffreich und mit viel Flüssigkeit, um den Tag über die Fastenzeit zu überstehen
- Iftar – das Fastenbrechen unmittelbar nach Sonnenuntergang, traditionell mit einer Dattel und Wasser eingeleitet, gefolgt von einer vollständigen Mahlzeit, oft gemeinsam mit Familie oder in der Moscheegemeinde
Wer ist vom Fasten befreit?
Der Islam sieht mehrere legitime Ausnahmen vom Fastengebot vor – Fasten soll niemals zu einer echten gesundheitlichen Gefahr werden:
- Kinder vor Erreichen der Pubertät
- Schwangere und stillende Frauen, wenn Fasten ihre Gesundheit oder die des Kindes gefährden würde
- Menschen mit akuten oder chronischen Erkrankungen
- Reisende auf längeren Reisen
- Ältere und gebrechliche Menschen, für die Fasten eine ernsthafte Belastung darstellen würde
- Menstruierende Frauen (das Fasten wird nach dem Ramadan nachgeholt)
Warum wird im Ramadan gefastet?
Fasten (Sawm) ist eine der fünf Säulen des Islam, neben dem Glaubensbekenntnis (Schahada), dem täglichen Gebet (Salat), der Almosengabe (Zakat) und der Pilgerfahrt nach Mekka (Hadsch). Der Ramadan gilt als besondere Zeit der Selbstdisziplin, spirituellen Reinigung und Solidarität mit Bedürftigen – wer selbst Hunger und Durst erfährt, soll bewusster für Menschen in Armut sensibilisiert werden. Gleichzeitig ist der Ramadan eine Zeit intensiveren Betens: Viele Moscheegemeinden bieten zusätzliche nächtliche Gebete (Taraweeh) an, und die letzten zehn Nächte gelten als besonders bedeutsam wegen Laylat al-Qadr, der "Nacht der Bestimmung".
Gesundheitliche Aspekte des Fastens
Für die meisten gesunden Erwachsenen gilt Fasten während des Ramadan als unbedenklich, vorausgesetzt Suhoor und Iftar sind ausgewogen und ausreichend flüssigkeitsreich. Gesundheitsfachleute empfehlen üblicherweise, bei Suhoor komplexe Kohlenhydrate und proteinreiche Lebensmittel zu bevorzugen, da sie länger sättigen, sowie ausreichend zu trinken, um einer Dehydrierung während des Tages vorzubeugen. Menschen mit chronischen Erkrankungen wie Diabetes, Herz-Kreislauf-Problemen oder Nierenerkrankungen sollten das Fasten grundsätzlich mit ihrem Arzt oder ihrer Ärztin besprechen – für viele gilt ohnehin die religiöse Ausnahmeregelung.
Weil Ramadan 2027 im Winter liegt, sind die gesundheitlichen Herausforderungen des Fastens in Deutschland vergleichsweise gering: kurze Tage bedeuten kurze Fastenzeiten. Bei einem Ramadan im Hochsommer mit deutlich längeren und heißeren Fastentagen ist die Flüssigkeitszufuhr zwischen Iftar und Suhoor besonders wichtig, um Dehydrierung vorzubeugen.
Häufige Missverständnisse über das Fasten
Rund um die islamische Fastenzeit kursieren einige verbreitete Missverständnisse, die sich leicht klären lassen:
- "Man darf während des Ramadan gar nichts essen": Falsch – gegessen und getrunken wird ganz normal, nur eben nicht zwischen Morgendämmerung und Sonnenuntergang.
- "Zähneputzen bricht das Fasten": Zähneputzen selbst ist erlaubt, solange kein Wasser oder Zahnpasta verschluckt wird – viele Gelehrte empfehlen dennoch besondere Vorsicht.
- "Sport ist während des Fastens verboten": Moderate körperliche Aktivität ist erlaubt, viele fastende Menschen passen Trainingsintensität und -zeitpunkt (z. B. kurz vor Iftar) individuell an.
- "Alle Muslime fasten automatisch mit": Wie im Abschnitt zu den Ausnahmen oben erklärt, sind mehrere Gruppen vom Fasten befreit oder können es verschieben.
Fastenzeit und Alltag in Deutschland
Weder Ramadan noch die Fastenzeit sind in Deutschland gesetzlich geregelt – Schulen, Arbeitsplätze und Behörden laufen wie gewohnt weiter. Viele Arbeitgeber und Schulen zeigen dennoch Rücksicht, etwa bei der Pausenplanung rund um die Iftar-Zeit. Wenn du wissen möchtest, was nach dem Ende der Fastenzeit passiert, lies unsere Seite Eid al-Fitr / Bayram. Für das genaue Enddatum von Ramadan 2027 (und den Rückblick auf 2026): Wann endet Ramadan?.
Häufig gestellte Fragen
Wie lange dauert die Fastenzeit im Ramadan 2027?
Was darf man während der Fastenzeit nicht tun?
Was ist der Unterschied zwischen Suhoor und Iftar?
Müssen Kinder im Ramadan fasten?
Ist Wasser trinken während der Fastenzeit erlaubt?
Was passiert, wenn man das Fasten aus gesundheitlichen Gründen unterbricht?
Ist Sport während der Fastenzeit erlaubt?
Bricht Zähneputzen das Fasten?
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